Brustkrebs: Nebenwirkungen einschneidend

Etwa ein Drittel aller Frauen mit Brustkrebs setzen ihre Medikamente ab, weil die Nebenwirkungen zu stark sind. Dies ist das Ergebnis einer Studie der Northwestern University. Dabei wurden 686 Patienten befragt, die Aromatasehemmer einnehmen. 36 Prozent der Befragten setzten die Medikamente ab wegen Gewichtszunahme, Hitzewallungen, Übelkeit und Gelenkschmerzen. Diese Studienergebnisse hat man nun erstmals öffentlich gemacht auf dem Annual San Antonio Breast Cancer Symposium.

Besorgniserregend ist, dass immer wieder Frauen ihre Behandlung selbstständig abbrechen, ohne vorher mit einem Facharzt gesprochen zu haben. Aromatasehemmer bekommen Brustkrebspatienten die postmenopausal sind. Sie haben die Wirkung die Östrogenwerte in den Tumoren zu senken. Da zwei Drittel der Brustkrebserkrankungen östrogen-sensitiv sind, senken diese Medikamente das Risiko nochmals daran zu erkranken.

Den Teilnehmerinnen an der Studie wurde ein Fragebogen gegeben, der vor der Behandlung, nach drei, sechs, zwölf und vierundzwanzig Monate nach Behandlung abgefragt wurde.

Ein Drittel der Frauen litt schon nach drei Monaten unter Gelenkschmerzen, ein weiteres an Hitzewallungen. Je länger die Behandlung dauerte, desto mehr Nebenwirkungen gab es. Ein besonders hohes Risiko die Einnahme abzubrechen haben Frauen, die zudem noch an den Nebenwirkungen der Chemotherapie oder Bestrahlung leiden. Daher beenden Frauen ihre Einnahme schon nach etwa zwei Jahren. Weitere Frauen beenden die Einnahme nach vier Jahren. Es gibt auch große Unterschiede darin, was Frauen ihrem Arzt erzählen und was sie wirklich fühlen.

Die Nebenwirkungen werden laut Experten von Ärzten deutlich unterschätzt. So werden Patienten Medikamente gegeben, die ihnen helfen sollen ohne dass sie die Nebenwirkungen als zu schwer einstufen. Die Patienten stecken hingegen in dem Konflikt, dass sie nicht jammern wollen und die Ärzte nicht dazu bringen wollen, die Behandlung abzusetzen.

Tags: , , ,

Leave a Reply